Um neun Uhr morgens steht Marta Hagen schon hinter dem Tresen ihres Cafes an der Seestrasse. Sie hat das Haus vor vier Jahren uebernommen, ein altes Bahnhofsgebaeude, und seither Stueck fuer Stueck umgebaut. Heute riecht es nach frisch gemahlenem Kaffee und nach gebackenem Apfelbrot.
Wer Utting nur vom Strandbad kennt, kennt die Haelfte nicht. Hinter den Kiesweg-Querstrassen liegen kleine Werkstaetten, ein Hofcafe, ein Bootsbauer, der noch von Hand laminiert.
Drei Strassen weiter, in einer alten Scheune, arbeitet Anton Maier an einem Holzboot, das er fuer einen Kunden aus Diessen restauriert. Er erzaehlt, wie sich die Region veraendert hat, seit die Bahn nach Muenchen schneller wurde — und warum er trotzdem geblieben ist.
Am Spaetnachmittag treffen wir uns alle nochmal am Steg. Die Sonne steht ueber dem Westufer, der Wind hat nachgelassen, ein paar Segelboote ziehen ruhig vorbei. Es ist einer dieser Momente, in denen man versteht, warum Menschen hierher kommen — und warum manche bleiben.
Utting ist klein genug, dass man sich noch trifft, und gross genug, dass etwas passiert.
„Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man sich auch ohne Termin treffen kann. Das ist seltener geworden, als man denkt.“
„Ein Holzboot zu bauen heisst, mit der Zeit zu arbeiten — nicht gegen sie. Das vergesse ich in Muenchen sofort.“
Lieblingsplaetze
Bahnhofscafe
Fruehstueck & Hausbackerei · Marta Hagen
Seerestaurant Utting
Mittagstisch direkt am Wasser
Hofcafe am Birkenweg
Kuchen aus der eigenen Backstube









